Iron Man 3 [REVIEW]

162008 war er noch ein Überraschungserfolg, 2010 eine leicht vorhersehbare Fortsetzung und 2013 der Sommer Blockbuster?

Robert Downey jr. fliegt bereits zum vierten Mal als Iron Man über den Horizont der Kinoleinwand und bietet als ehemals überheblicher Playboy der nun unter einem Helferkomplex und einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet wieder die von den bisherigen Filmen gewohnten Qualitäten. Ordentliche Popcorn-Action mit einem Schuss Humor zur Auflockerung. Glücklicherweise orientiert sich Regisseur Shane Black stärker am ersten Teil der Reihe und so bekommt man als Zuschauer immer wieder Plot Twists die das bisher geschehene in ein völlig anderes Licht rücken.

Ben Kingsley als Terrorlehrmeister Mandarin

Ben Kingsley als Terrorlehrmeister Mandarin

Doch worum geht es eigentlich? Tony Stark (Robert Downey jr.) lebt seit den Geschehnissen in The Avengers ein recht friedliches Leben. Freundin Pepper (Gwyneth Paltrow) ist sein schickes Strandhaus eingezogen und Tony hat alle Zeit der Welt um an neuen Iron Man Anzügen zu schrauben, denn seit seinem letzten Abenteuer kann er nur noch sehr schlecht schlafen. Die USA haben den von Tonys Kumpel Rhody (Don Cheadle) entwendeten Anzug War Machine in den amerikanischen Farben angemalt und nutzen ihn als Machtmittel, genannt Iron Patriot in weltweiten Operationen gegen den Mandarin (Ben Kingsley), einen Terroristenanführer. Gleichzeitig taucht auch noch ein alter Bekannter Tonys auf, der Geschäftsmann Killian (Guy Pearce) mit neuen Möglichkeiten des Bio-engineering auf. Es kommt wie es kommen muss, Tony provoziert den Mandarin, dieser greift Tony an und auch Killian scheint Dreck am Stecken zu haben.

Letztlich steht Tony nur auf sich alleine gestellt da und muss erkennen, dass er die Dämonen die ihn plagen selbst geschaffen hat. Zudem muss er sich der Frage stellen, was ihn zu dem macht was er ist. Er selbst oder der Anzug?

Beim Marvel/Disney geht man mit Iron Man 3 keine Kompromisse ein. Alles was in den bisherigen Teilen gut funktioniert hat ist wieder mit dabei: Action, Humor und Robert Downey jr. Aber nachdem Iron Man in The Avengers New York vor der Invasion einer außerirdischen Streitmacht gerettet hat, wie soll man da noch in Iron Man 3 dagegen auftrumpfen können? Gar nicht. Und so hat man das einzig richtige gemacht: den Anzug großteils aus der Gleichung nehmen und sich auf Robert Downey jr. konzentrieren. Doch so ganz ohne die große CGI Action kommt der Film dann doch nicht aus und dreht nach der ersten düsteren Hälfte noch mal das Bombast-Ventil auf. Es gibt nicht nur haufenweise Gegner mit hitzigen Gemütsschwankungen, sondern auch genau so viele kühle Eisenmänner.

1SPOILER WARNUNG: Schön, dass man Tony dieses mal einen inneren Konflikt zum Lösen mit auf den Weg gegeben hat, denn so kann Tony wieder zu sich und dem kleinen Jungen in sich zurückfinden. Denn eigentlich sind seine Anzüge nichts weiter als große Spielzeuge, wie bei vielen Männern. Wer anfangs sorgen hat, dass Terrorismus gegen die USA womöglich ein zu ernsthaftes Thema für lockere Kinounterhaltung sein könnte, der kann sich darauf verlassen, dass Disney es schafft diesen Aspekt gekonnt zu entschärfen. Dennoch ist Ben Kingsleys Mandarin eine Rolle die im Gedächtnis bleiben wird. Guy Pearce macht seinen Job, inklusiver Wandlung vom schrulligen Forscher zu einem Quasi-Tony mit dunklem Gemüt auch gut, bleibt jedoch am Ende nicht viel mehr als ein klassischer Bösewicht, dem es nur um Machtgewinn und persönliche Rache geht. SPOILER ENDE

Wem der erste Teil der Reihe gefiel, dem wird auch Teil 3 gefallen. In zwei Stunden kommt keine Langeweile auf, die Effekte sind alle hübsch geworden, dennoch hat man kurzzeitig das Gefühl, dass Disney ein klein wenig zu viel hingekleckert hat. Die deutsche Synchronisation bekommt ein Fleißkärtchen für die schöne Nutzung des Begriffs “Schweinepriester”, dass die 3D Fassung jedoch gleich wieder abgenommen bekommt. Denn so effektvoll der Film auch ist, der Aufschlag für 3D lohnt sich hier keines Falls.

Iron Man 3 ist ein lockerer Action Film, der durch Robert Downey jrs. Charme zwei Stunden lang köstlich unterhält, und glücklicherweise etwas düsterer geworden ist als sein Vorgänger.

PS: Wie bei Marvel Filmen üblich sollte man bis nach dem Abspann sitzen bleiben.

TRAILER:

Alle Rechte bei den Bildern und beim Trailer liegen bei Marvel und dem Disney Konzern. In Deutschland zusätzlich beim Concorde Filmverleih.

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