Seelen | The Host [Review]

COC_SE_Artwork2_1400Gerade in Teenagerkreisen berichtete man sich seit längerem von einer Geschichte, über ein junges Mädchen, dass sich unsterblich in einen Vampirjungen verliebt hatte. Es kam zu einigen Rückschlägen, der Erkenntnis, dass der beste Freund in sie verliebt und ein Werwolf war und letztlich zur Vampirhochzeit, wilden Hochzeitsnacht und den Problemen die bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr entstehen können. Stephenie Meyer erdachte sich diese Geschichte, die ach so viele junge Mädchen in den Bann bissriss. Doch eine gute Autorin schafft es mehr als nur ein Werk abzuliefern. Eine gute Autorin schafft es in kommenden Geschichten völlig andere Geschichten, mit anderen Figurenkonstellationen und Welten zu erschaffen. Schließlich wird Hollywood sich auch nur der Werke annehmen die dementsprechend neues, aber aufregendes und mitreisendes Potential zu bieten haben. Warum auch sonst sollte man sich an Seelen, Stephenie Meyers Roman nach ihrem Erfolg mit der Twilight/Biss Reihe.

Irgendwann in der Zukunft haben Außerirdische unseren Planeten erobert. Diese Wesen sind eigentlich nur kleine leuchtende Wesen, die sich einen menschlichen Körper als Wirt aussuchen und übernehmen. Erkennbar ist das an einem weißen Leuchten der Augen. Eine der wenigen überlebenden, freien Menschen ist Melanie. Doch eines Tages wird auch sie geschnappt und wird zum Wirt für einen der Außerirdische. Doch Melanie hat so einen starken Überlebenswillen, dass ihr Geist ständig versucht gegen den neuen Besitzer des Körpers anzukämpfen. Es kommt zur Flucht, dem Zusammenschluss mit anderen Überlebenden, und ganz viel Gelaber. Nicht zwischen verschiedenen Figuren, sondern immer als Dialog von Melanie mit ihrem Alien (“Wanderer”). Denn Melanie liebt noch immer ihren Freund, der in der Gruppe der Überlebenden ist, während sich Wanderer in einen anderen Jungen verliebt. Blöd, wenn man sich da denselben Körper teilt. Außerdem hat Melanie die dämliche Eigenschaft ihre Probleme nicht selbst lösen zu können oder zu wollen. Statt sich offen der Gruppe gegenüber zu erklären, druckst sie lieber rum und heimst sich so noch mehr Probleme auf, als Sie schon hat. Denn viel besser scheint es zu sein, wenn man sich immer von einem der beiden süßen Jungs helfen lässt. ODer noch besser, wenn man den Doktor einfach bittet, einen umzubringen. Damit erspart man sich alle zukünftigen Probleme. Verdammt, ich merke schon, wie ich in den Kritikteil dieser Review übergehen möchte.

Man merkt Seelen deutlich an, dass das Zielpublikum das gleiche wie bei den Twilightverfilmungen ist. Protagonisten ist ein junges Mädchen, dass in allerlei Probleme gerät und sich selbst nicht wirklich zu helfen weiß. Erst als zwei junge Männer auftauchen und beide um ihr Herz buhlen wird … es noch schlimmer und sie weiß weder ein noch aus. Das wäre nicht ganz so schlimm, wenn wenigstens der Rest passen würde. Doch leider agiert der Rest des Cast unglaubwürdig oder hölzern, sind die Dialoge zu Schreien … komisch und das Ende so voller Zuckerguss, dass man beinahe Diabetes bekommt. Da die Hauptfigur übrigens zwei Seelen in sich trägt, darf man sich als Zuschauer übrigens auch permanent deren gegenseitiges Geheule und Jammern anhören, was spätestens nach einer Viertelstunde den Bierkonsum drastisch ansteigen lässt.

Wer Twilight mochte und immer noch mag, kann sein Glück auch mal mit Seelen probieren. Die gleiche Kost, nur neu verpackt. Twilighthasser oder Menschen die glauben einen annehmbaren Science-Fiction-Streifen zu sehen sei von einem Besuch jedoch abgeraten. Dann vielleicht doch die etwas weniger bekloppten Abenteuer von Capt’n Kirk, der weiß wenigstens wie man handelt.

Seelen (Original The Host)
Roman Stephenie Meyers
Regie/Drehbuch Andrew Niccol
Darsteller: Saoirse Ronan, Diane Kruger, William Hurt, etc.

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